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Ein anaphylaktischer Schock oder allergischer Notfall ist die schwerste Form einer allergischen Reaktion. Er wird kurzfristig ausgelöst durch Allergene wie Insektengift, Nahrungsmittel oder Medikamente, auf die der Betroffene besonders heftig allergisch reagiert. Betroffen sind verschiedenen Körperregionen wie die Haut, die Atemwege, der Verdauungstrakt und vor allem das Herz-Kreislauf-System. Da bei dieser Reaktion sehr schnell wichtige Organe betroffen sind, kann unter Umständen infolge eines Kreislaufversagens kurzfristig sogar der Tod eintreten. Die gute Nachricht: Rasches, richtiges Handeln kann das Leben retten.

Die Auswirkungen von Allergien oder Asthma können mit Hilfe der heutigen Medizin ziemlich gemildert werden. Patienten mit einem hohem Risiko für allergische Reaktionen sind hingegen auf die richtigen Sofortmaßnahmen angewiesen. „Aufklärung ist ganz wichtig, wenn es um allergische Sofortreaktionen geht“, erklärt Otto Spranger von der Österreichischen Lungenunion. Immer noch sterben jedes Jahr etwa zehn Menschen an einem anaphylaktischen Schock, viele landen unnötigerweise in der Notaufnahme.

Durch Schulungen zur Vorbeugung und Training im Umgang mit dem Allergie-Pen könnten viele Krankenhausaufenthalte und sogar Todesfälle vermieden werden. Die Österreichische Lungenunion hat deshalb gemeinsam mit TV-Moderatorin Vera Russwurm und führenden Allergie-Experten zu diesem Thema eine Videoschulung mit praktischen Tipps und Tricks gestaltet, die jeder Allergiker mindestens einmal gesehen haben sollte.

Allergischer Notfall: Die häufigsten Auslöser

Ein anaphylaktischer Schock hat individuelle unterschiedliche Ursachen. Deshalb können Menschen, die unter einer Allergie leiden, einen anaphylaktischen Schock entwickeln, wenn sie in Kontakt mit der Substanz kommen, auf die sie allergisch reagieren. Nahrungsmittel (z.B. Nüsse) sind vor allem bei Kindern der Hauptauslöser eines anaphylaktischen Schocks. Im Säuglingsalter und bei Kindern unter sechs Jahren stehen Kuhmilch und Hühnereier im Vordergrund.

Bei Schulkindern dominieren Erd- und Baumnüsse. Später überwiegen Nüsse, Samen, Fisch und Meeresfrüchte. Bei den meisten Erwachsenen und etwa bei einem Viertel der Kinder sind Insektenstiche der Auslöser einer schweren allergischen Reaktion. Dazu erklärt Prof. Dr. Karin Hoffmann-Sommergruber, Wien: „Nicht jede Reaktion muss allergisch bedingt sein. Sicherheit bringt nur die Abklärung beim allergologisch geschulten Facharzt. Letztlich sollte man aber die Auslöser kennen, nur dadurch lässt sich eine lebensbedrohliche Anaphylaxie vermeiden.“

Notfallsituation kennen

Die Vermeidung von Auslösern ist Mittel der Wahl, aber nicht immer möglich. Gelingt es nicht, kann bereits wenige Sekunden nach dem Kontakt mit dem Allergen (Nahrungsmittel oder Wespenstich) ein anaphylaktischer Schock auftreten. OA Dr. Isidor Huttegger, Salzburg: „Es beginnt mit Juckreiz auf Hand- und Fußflächen, Hautausschlägen, Quaddeln und geschwollenen Augenlidern, dann können Übelkeit, Erbrechen, Atemnot oder Herzrasen auftreten und letztlich kommt es zu heftigen Kreislaufbeschwerden oder sogar zum Tod.“

Hauptverantwortlich ist eine körpereigene Substanz namens Histamin: Diese wird lawinenartig aus Immunzellen freigesetzt, wenn der Organismus in Kontakt mit einem Stoff tritt, auf den er allergisch reagiert. Aber auch bei starken Schmerzen oder Infekten liegt Histamin vor und wird vom Körper freigesetzt oder kann über die Nahrung oder Alkohol von außen zugeführt werden. Diese massive Histamin-Ausschüttung löste eine Kettenreaktion aus. Blutgefäße erweitern sich, der Blutdruck fällt, lebenswichtige Organe wie Herz, Leber, Lunge und Hirn werden nicht mehr ausreichend durchblutet.

Das Herz beginnt zu rasen, der Kreislauf bricht zusammen. Dadurch werden die Gefäße durchlässig. Flüssigkeit tritt aus den Gefäßen aus und sammelt sich im Gewebe. Diese sogenannten Ödeme oder Schwellungen erschweren das Atmen, was durch verengte Bronchien noch verschlimmert wird. Atemnot und Kreislaufversagen können im schlimmsten Fall in wenigen Minuten zum Tod führen. Ass.Prof. Dr. Gunter Sturm: „Daher ist es wichtig, das Problem anaphylaktischer Schock zu erkennen, ihn Ernst zu nehmen und im Notfall rasch zu handeln!“

Erkennen des auslösenden Allergens

Wichtigste Erstmaßnahme ist das Erkennen des auslösenden Allergens und das Verhindern der weiteren Zufuhr. Deshalb gilt es bei allergischen Reaktionen im Falle eines Insektenstiches gilt, unbedingt Ruhe zu bewahren und Panikhandlungen zu vermeiden. Durch vorsichtiges Kratzen (kein Ziehen oder Zusammenpressen!) kann der Insektenstachel entfernt werden, ohne dass weiteres Gift in den Kreislauf gelangt. Zudem empfiehlt es sich, zur Minderung der Kreislaufprobleme die Schocklage einzunehmen (Beine hoch lagern); dadurch wird die Durchblutung des Gehirns gefördert.

Notfallset kann Leben retten

Die nächste Notmaßnahme ist das Alarmieren des Notarztes. „Bei einer diagnostizierten Anaphylaxie und einer schweren Reaktion ist es sinnvoll, sofort das Notfallset zu verabreichen. Es enthält einen sogenannten Autoinjektor, mit dem sich der Betroffene im Notfall selbst Adrenalin in den Oberschenkelmuskel spritzen kann“, erklärt Prof. Dr. Zsolt Szepfalusi, Wien. Neben dem Autoinjektor gehören zum Notfallset noch weitere Medikamente wie ein Glukokortikoid-Präparat und ein Antihistaminikum.

Wer ein solches Notfallset mit sich führt, sollte sich die Gebrauchsanleitung gut durchlesen und offene Fragen mit dem Arzt oder Apotheker klären. Zsolt Szepfalusi: „Die Handhabung muss aber immer wieder trainiert werden. Adrenalin kann man auch bei einer leichten Reaktion verabreichen, es kann kein gesundheitlicher Schaden auftreten.“

Weitere Informationen: lungenunion.at

Magazin Zoë 05/16

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    1. Allergischer Schock: Die Initiative

Manche Menschen reagieren auf Allergene wie Insektengift, Nahrungsmittel oder Medikament besonders heftig, im Extremfall kann bei einem allergischen Schock sogar der Tod eintreten. Die Österreichische Lungenunion hat daher eine Videoserie initiiert, um Betroffene, Kinder und Eltern rechtzeitig und umfassend über allergische Reaktionen bis hin zum allergischen Schock zu informieren. Im Ernstfall kann es um Sekunden gehen, wichtig ist daher das richtige Handeln. Otto Spranger, Sprecher der Lungenunion, erklärt im Interview mit Vera Russwurm, was hinter der Initiative steckt und warum sie Leben retten kann.

    2. Definition & Symptome

Manche Menschen sind auf Wespenstiche oder bestimmte Nahrungsmittel allergisch. Im Extremfall kommt es zum anaphylaktischen Schock. Dabei kann innerhalb weniger Minuten ein Kreislaufversagen und sogar der Tod eintreten. OA Dr. Isidor Huttegger ist von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde in Salzburg und hat viele solcher Fälle gesehen und behandelt.

    3. Häufigste Auslöser

Menschen, die unter einer Allergie leiden, können einen anaphylaktischen Schock entwickeln, wenn sie in Kontakt mit der Substanz kommen, auf die sie allergisch reagieren. Ein anaphylaktischer Schock hat unterschiedliche Ursachen. Frau Prof. Dr. Karin Hoffmann-Sommergruber beschäftigt sich an der Wiener Medizinischen Universität mit Allergieforschung. Sie geht vor allem der Frage nach, welche Pflanzen welche Wirkungen auf den Menschen haben.

    4. Warnzeichen & Symptome

Nicht jede Reaktion muss allergisch bedingt sein. Umso wichtiger ist es, die ersten Warnzeichen und Symptome einer Anaphylaxie zu erkennen, um eine lebensbedrohliche Situation zu vermeiden. Assoc.-Prof. Dr. Gunter Sturm, MedUni Graz weiß, woran man einen anaphylaktischen Schock rechtzeitig erkennen kann.

    5. Diagnose und Therapie

Bei Vorliegen von Anaphylaxie-Risikofaktoren, nach einem erstmaligen Wespenstich gekoppelt mit einer massiven Reaktion und bei Verdacht auf eine schwere allergische Reaktion sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Erste Anlaufstelle ist häufig der Hausarzt. Die genaue Abklärung erfolgt aber immer beim allergologisch geschulten Facharzt. Dr. Rudolf Schmitzberger ist Kinderarzt in Wien, weiß, wie man eine Anaphylaxie genau abklären muss.

    6. Therapie der Anaphylaxie

Eine schwere allergische Reaktion sollte unbedingt von einem Arzt untersucht werden, Die genaue Abklärung erfolgt beim allergologisch geschulten Facharzt. Nach der detaillierten Diagnose geht es aber darum, die richtigen therapeutischen Schritte einzuleiten. Assoc.-Prof. Dr. Gunter Sturm, MedUni Graz, erklärt, welche therapeutischen Möglichkeiten bestehen, um eine schwer allergische Reaktion möglichst zu vermeiden.

    7. Verhalten im Notfall

Im Extremfall kann ein anaphylaktischer Schock innerhalb weniger Minuten zum Kreislaufversagen und sogar zum Tod führen. Deshalb ist das korrekte Verhalten im Notfall wichtig, um die Gefahren zu minimieren. Univ.-Prof. Dr. Zsolt Szepfalusi von der Medizinischen Universität Wien weiß, was Schritt für Schritt zu tun ist.

    8. Handbung des Pens

Bei manchen Personen ist bekannt, dass – zum Beispiel nach Insektenstichen – eine starke allergische Reaktion auftritt, die zu einem anaphylaktischen Schock führen kann. Für diese Menschen ist es sinnvoll, das Notfallset zu verwenden. Es enthält einen sogenannten Autoinjektor, mit dem sich der Betroffene im Notfall (direkt nach einem Wespenstich etc.) selbst Adrenalin in den Oberschenkelmuskel spritzen kann. Das muss aber geschult werden. Univ.-Prof. Dr. Zsolt Szepfalusi von der Medizinischen Universität Wien führt selbst diese Schulungen bei Betroffenen durch.

    9. Allergenvermeidung

Wer weiß, dass er einen anaphylaktischen Schock erleiden kann, sollte allergieauslösende Nahrungsmittel meiden. Das ist die effektivste und einfachste Vorsorge. Bei Insektenstichen ist das schon schwieriger. Prof. Dr. Karin Hoffmann-Sommergruber weiß, worauf Betroffene achten sollten.

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