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industrielle Revolution 4.0

Industrielle Revolution 4.0

Die 4. technologische Revolution, auch bekannt unter Industrie 4.0, Logistik 4.0, Arbeiten 4.0 oder Lernen 4.0, ist voll im Gange und beeinflusst stark Gesellschaft und Wirtschaft. Dahinter versteckt sich die Einführung disruptiver technologischer Entwicklungen. Das bedeutet, dass zunehmend Roboter und IT-Systeme Arbeitsplätze und Dienstleistungen verdrängen werden. Während viele um ihren Job bangen, überlegen sich Visionäre, wo ihr Platz in der zukünftigen Berufswelt sein könnte. Denn was bedeutet es, wenn die Technik überhand nimmt und Arbeitsplätze überflüssig macht? Industrielle Revolution 4.0: Welche Chancen ergeben sich dadurch für den Menschen? Eine Frage, die sich jeder stellen sollte, der in den nächsten Jahrzehnten sein Geld verdienen muss.

Die Basis für die technische Revolution 4.0 ist die voranschreitende digitale Vernetzung von Mensch und Maschine. Im Alltag begegnen uns diese Technologien und Dienstleistungen in Form von digitalen Plattformen, Internet-Dienstleistungen oder Apps am Handy. Diese Services erleichtern und verschönern uns das Leben und sind aus dem täglichen Leben nicht mehr wegdenken. Doch wie immer hat alles zwei Seiten.

Vor- & Nachteile

Während die Kommunikationsplattform Skype Millionen von Menschen über Generationen und über den gesamten Globus hinweg verbindet, kostete diese Entwicklung nach Berechnungen des Beraters McKinsey den klassischen Telekomdienstleistern alleine im Jahr 2013 Umsätze in Höhe von rund 37 Milliarden USD. In der Reisebranche hat der Community-Marktplatz Airbnb in vielen US-Städten dafür gesorgt, dass die Hotelumsätze um rund zehn Prozent zurückgingen.

Zahllose weitere Plattformen boomen und verunsichern Unternehmen und deren Mitarbeiter – von klassischen Dienstleistungsbranchen bis hin zum Handwerk. So manch junger YouTuber verdient mittlerweile mehr als so viele erfahrene klassische Dienstnehmer. Verhängnisvoll war, dass viele dieser Plattformen von den traditionellen Unternehmen nicht als Mitbewerber wahrgenommen wurden. Niemand dachte vor wenigen Jahren überhaupt an die Möglichkeit, dass Privatpersonen den Transport von Paketen durchführen könnten oder, dass der Nachbar die elektrische Installation durchführt. Dank checkrobin.com oder nextdoor.com ist auch diese Branche in Bewegung geraten.

Pluspunkt: Technisches Wissen

Für Unternehmen bedeutet Industrie 4.0 die höchstmögliche Automatisierung nicht wertschöpfender Tätigkeiten und damit hohe Effizienzgewinne. Mit den rasant voranschreitenden technologischen Entwicklungen werden Maschinen in Form von Robotern oder IT-Systemen in den nächsten Jahren zunehmend menschliche Tätigkeiten in Unternehmen übernehmen.

Die auf den ersten Blick negative Seite dieser Automatisierung ist das Verschwinden vieler klassischer Unternehmen und der Wegfall tausender Arbeitsplätze. Doch bietet jede Veränderung und Entwicklung eine Vielzahl an Chancen. Einerseits können sich Mitarbeiter mehr auf wichtige oder konzeptive Aufgaben konzentrieren, die das Unternehmen in der Entwicklung nach vorne bringt. Andererseits eröffnen sich für jeden Einzelnen komplett neue Perspektiven in neuen Berufsfeldern – auf technischem Gebiet oder durch Dienstleistung am Menschen selbst.

Das Beratungshaus A. T. Kearney hat kürzlich eine Top 10 der ungefährdeten Berufe herausgebracht. Angeführt wird die Reihung von den Berufsfeldern Kinderbetreuung und -erziehung, Gesundheits- und Krankenpflege, Aufsichts- und Führungskräfte, Maschinenbau und Betriebstechnik, Kraftfahrzeugtechnik sowie Vertrieb.

Pluspunkt: Menschlichlichkeit und Empathie

Klar ist: Menschliche Eigenschaften werden immer gefragt sein. Kein Computer der Welt kann uns in puncto Kreativität oder Empathie das Wasser reichen. War in der Vergangenheit (Fach-)Wissen Trumpf, so steigt die Nachfrage nach Menschen mit empathischen Fähigkeiten. Es ist, speziell als Führungskraft, zukünftig noch wichtiger, Werte tatsächlich zu leben. Auch werden sich Beschäftigungsverhältnisse verändern.

Ist es heute oft noch notwendig, die Entscheidung für eine Arbeitsstelle zu treffen, so werden Menschen zukünftig verschiedenen Beschäftigungsverhältnissen parallel nachgehen – so zumindest die Ergebnisse einer Zukunftsstudie von PricewaterhouseCoopers. Die Chance: Jeder Mensch wird seine Stärken aktiv einbringen können. Jede Person wird in verschiedenen Tätigkeiten aufblühen. Die persönliche Voraussetzung ist ein gewisses Maß an Flexibilität und Kreativität. Der Lohn dafür ist die Möglichkeit der Erreichung persönlicher Visionen und der Potenzialentfaltung.

Sinnvolles Tun & „smarter“ Leben

Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass Unternehmen mit sozialem Bezug oder Umweltbezug stark an Bedeutung gewinnen werden. Denn genau dort wollen laut einer aktuellen Umfrage 65 % der Befragten arbeiten. Die Menschen werden zukünftig stärker die Möglichkeit haben, einer für sie sinnstiftenden Tätigkeit nachzukommen. Außerdem steigen die Investitionen in Umwelttechnologien rasant und bieten ein hohes Maß an Entfaltungsmöglichkeiten.

Zu guter Letzt bleibt noch ein wichtiger Aspekt: Was bedeutet die Entwicklung für uns ganz persönlich? Das Leben wird in vielen Facetten leichter und zusehends „smarter“. So werden unsere Einrichtungsgegenstände Schritt für Schritt beginnen, Aufgaben für uns zu übernehmen. Der Kühlschrank bestellt Lebensmittel, die Heizung ruft selbstständig einen Servicetechniker für die nächste Wartung. Produkte werden zukünftig noch stärker personalisiert.

Jeder kann sein ganz persönlich zusammengestelltes Produkt bestellen, bekommt es prompt geliefert und bezahlt nicht mehr als derzeit für ein Massenprodukt. Und die Autofahrt können wir zukünftig produktiv nutzen und uns während dessen entschleunigen. Denn das Zukunftsauto steuert automatisch ans Ziel. Dadurch ist die technische Revolution gleichzeitig eine Chance, das eigene Leben zu entschleunigen, seine wirkliche Berufung zu finden, persönliche Visionen zu erreichen und sein Potenzial zu entfalten.

Mag. Robert Kaltenbrunner

Magazin Zoë 05/16

 

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