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COPD-Move: Europaweite Motivation

Regelmäßige Bewegung hilft, auf allen Ebenen fit zu bleiben. Aktiv zu bleiben ist umso wichtiger im Alter und für kranke und besonders für schwerkranke Menschen. Bei Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes oder Übergewicht ist Bewegung sogar wirksamer als die Einnahme von Medikamenten! Bei Lungenkrankheiten zum Beispiel ist regelmäßiges Training für das Überleben die wichtigste Voraussetzung!.Aktive Patienten gehen seltener zum Arzt, schlucken weniger Kortison oder Antibiotika und landen seltener im Spital. Die Österreichische Lungenunion und die internationale Selbsthilfegruppe EFA (European Federation of Allergy and Airways Diseases Patient’s Association) haben aus diesem Grund das Programm „COPD Move” initiiert, um COPD-Patienten zu motivieren, sich zu bewegen. Einerseits wurde ein Heim-trainingsprogramm zusammengestellt, das man leicht zuhause ausführen kann. Andererseits wurden im Zuge der internationalen Aktion COPD-Move „My own motivational experience“ aktive Patienten aus ganz Europa vorgestellt.

Gerade bei einer chronischen Lungenerkrankung stecken Patienten in einem Teufelskreis. Dr. Ralf Harun Zwick, Ärztlicher Leiter, Ambulante Pneumologische Rehabilitation, Therme Wien Med: „Es beginnt mit dem Leitsymptom der Atemnot, die führt zu einer verminderten Aktivität.” Meist vom Patienten unbemerkt führt das im Alltag zu immer mehr Isolation. Viele Aktivitäten werden nicht mehr so wie früher durchgeführt.

Zur Isolation kommt im schlimmsten Fall eine Depression hinzu. Es hat sich aber in Studien gezeigt, dass vor allem die Aktivität, was das Überleben betrifft, wichtiger ist als die Lungenfunktion oder auch alle anderen Parameter, die der Arzt bisher gemessen hat. Die verminderte Aktivität ist sogar messbar – noch bevor bei der Lungenfunktionsmessung ein Abfall zu sehen ist. Die Patienten machen weniger Schritte pro Tag und das hat einen direkten Einfluss auf das Überleben. „Je weniger aktiv, desto weniger lang das Überleben”, warnt der Experte.

Letztlich hat die Bewegung auch einen positiven Effekt auf die Atemnot, die Verschlechterung der Lunge und des Gesamtzustandes. Aktive Patienten gehen seltener zum Lungenfacharzt, schlucken weniger Kortison und Antibiotika und landen seltener im Spital. Das vorrangige Ziel ist daher, die Aktivität zu steigern, um die Lebensqualität und auch die Lebensdauer zu erhöhen.

Heimtraining drei Mal pro Woche

Dr. Beate Krenek, MSc., MEd., Leitende Physiotherapeutin des Krankenhauses Hietzing, Wien, rät ebenfalls jedem COPD-Patienten regelmäßig physiotherapeutische Übungen zu machen. Gemeinsam mit Markus Krenek, MSc, und Johanna Schmidl, MSc, hat Dr. Krenek eine Übungsreihe für ein Heimtraining zusammengestellt. Dabei handelt es sich um zehn Kraftübungen, die die unterschiedlichen Muskelgruppen trainieren.

Dr. Krenek: „Führt der Patient diese Übungsreihe drei- bis fünfmal in der Woche durch, kann er seine Selbständigkeit im häuslichen Alltag erhalten. In einem Video zeigt Markus Krenek diese zehn Übungen im Detail vor und erklärt, welche Muskelgruppen dabei trainiert werden. Gemeinsam mit zwei COPD-Patienten ist anhand des Videos auch ein Mitturnen der kompletten Übungsreihe daheim möglich – mit genauer Anleitung, Erklärungen und auch Hinweisen auf mögliche Fehler beim Ausführen.

COPD-Move: Europaweite Aktion

Die Selbsthilfeorganisationen Lungenunion und EFA haben eine Reihe von Motivationsvideos aus ganz Europa ins Netz gestellt. Ebenfalls unter dem Gedanken „COPD Move” werden aus verschiedensten Ländern positive COPD-Bewegungs-Aktivisten in Videoclips vorgestellt.

Bereits online zu sehen ist das Video von Günter aus Trumau in der Nähe von Wien. Im Jahre 2007 wurde bei ihm eine COPD festgestellt – und das gleich in der höchsten Stufe: GOLD-Stadium 4. Als der Ingenieur von seiner Krankheit erfuhr, musste er innerhalb weniger Stunden sein komplettes Leben auf die neue Situation umstellen. Nach dem anfänglichen Schock war es das regelmäßige körperliche Training, das seinen gesundheitlichen Zustand verbesserte und zudem seinen Selbstwert steigerte. Bis heute trainiert er regelmäßig und gerne.

Faszinierend ist auch Zeca, eine 72-jährige COPD-Patientin aus Cascais, einem wunderschönen Badeort in der Nähe von Lissabon, Portugal. Sie ist aktiv und stark, weil sie Taekwondo praktiziert. Die Übungen helfen ihr optimal beim Atmen und erhöhen auch ihre Lungenkapazität. Zudem macht das Training – wie im Videoclip zu sehen ist – auch noch ungeheuerlich Spaß.

Den Spaß an der Bewegung vermittelt auch die knapp 80-jährige Eva aus Tschechien. Sie hat sich entschieden, aktiv gegen die Krankheit anzukämpfen. Im Kurort Luhacovice führt sie regelmäßig ein Schwimmtraining durch. Danach fühlt sie sich frischer und besser – körperlich und geistig. Sie empfiehlt allen anderen Patienten, ebenfalls aktiv zu werden. Egal, um welches Training es sich handelt, wichtig ist, dass es Spaß macht. Und wenn man merkt, dass Bewegung hilft und guttut, motiviert das, um weiterhin regelmäßig zu trainieren.

Weitere Infos: www.efanet.org, www.lungenunion.at

Magazin Zoë 08/17

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    1. COPD-Move Austria

Bei DI Günter Hirsch wurde 2007 COPD diagnostiziert – und das gleich in der höchsten Stufe: GOLD-Stadium 4. Dennoch ließ sich der rüstige Bauingenieur nicht entmutigen und turnt nun vielen Betroffenen vor, was Bewegung alles bewirken kann.

    2. COPD-Move Czechia

Eva Angorsova, Czech Republic is COPD patient. She found out that swimming is key to her independency. Thanks to the swimming pool she feels stronger physically and mentally, and she does not need anyone to take care of her. “Just give a try and start training on a regular basis. It will help you!,” she says.

    3. Heimtraining

Für COPD-Patiententen ist Aktivität und Bewegung der wichtigste Gesundheitsfaktor. In diesem Video zeigt Frau Dr. Krenek 10 Übungen, die leicht Zuhause machbar sind.

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