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Nachwuchs checkt Nachhaltigkeit

Die Sustainability Challenge verfolgt bereits seit sieben Jahren das Ziel, nachhaltige Entwicklung als Grundlagenthema in universitäre Lehrpläne einzubringen. Das erste Samenkorn für diese Lehrveranstaltung setzten Studierende selbst, die dem Thema Nachhaltigkeit in ihrem Lehrplan Nachdruck verleihen wollten. Aufgrund ihrer Initiative schlossen sich dann die vier größten Wiener Universitäten – WU, TU, Boku und Uni Wien – zusammen, um gemeinsam diesen interdisziplinären Lehrgang anzubieten.

Diese Lehrveranstaltung ist offen für alle Masterstudierenden, unabhängig vom Studium, denn Nachhaltigkeit lässt sich nicht auf ein Gebiet oder auf eine Branche beschränken, sondern ist übergreifend und ganzheitlich zu sehen.

Eine nachhaltige Entwicklung berücksichtigt ökologische, wirtschaftliche, politische sowie auch gesellschaftliche Aspekte. Insofern ist die Lehrveranstaltung zu „nachhaltiger Entwicklung“ dementsprechend themen- und branchenübergreifend konzipiert.

Naturgemäß fokussieren die vier teilnehmenden Wiener Universitäten jeweils ihr Spezialgebiet: die Universität für Bodenkultur das Thema Klimawandel, die technische Universität nachhaltige Bauweisen und Raumplanungen, die Wirtschaftsuniversität ökologische Ökonomie und die Universität Wien sozial-ökologische Aspekte. In Form von Lehrveranstaltungsblöcken finden Fachvorträge, Diskussionen, Gruppenarbeiten und Evaluierungen in Panelgesprächen statt. Als Vortragsort dienen jeweils die teilnehmenden Universitäten.

Service-Learning oder Start-up

Klingt zwar sehr theoretisch, ist jedoch das Gegenteil. Denn praktisch werden seit 2016 zwei interaktive Schienen angeboten: Service Learning und Start-Up. Das bedeutet, dass seit vorigem Jahr die Masterstudierenden wählen können, ob sie an konkreten Problemstellungen in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Wirtschaft, NGOs oder staatlichen Organisationen arbeiten oder bereits ihr eigenes Start-Up-Unternehmen gründen. In beiden Fällen können sich die Nach wuchsmanager ihre (Geschäfts-)Ideen für eine nachhaltigere Wirtschaftswelt mit professioneller Unterstützung in der Praxis anschauen.

Globale Herausforderungen, lokale Antworten

Die letztjährige Lehrveranstaltung hatte als Themenschwerpunkt „Smart City – Globale Herausforderungen, lokale Antworten“. Insgesamt 60 Studierende aus der Lehrveranstaltung 2016 stellten im Jänner ihre Lösungen und Ideen für Unternehmensgründungen zu diesem Themenschwerpunkt vor.

Wir wollten wissen, was sich die zukünftigen Manager unter einer nachhaltigeren (Wirtschafts-) Welt vorstellen und haben uns die verschiedenen Projekte beim „Touch Down“ im Jänner angesehen. Kunterbunt durch alle Branchen waren die jungen Menschen sehr engagiert und von den Projekten begeistert, die dazu beitragen sollen, die Probleme dieser Welt zu lösen.

Vielzahl von Ideen

Ob Glasrecycling als Klima- und Umweltschutz, Apfelsaft aus Streuobst alter Apfelsorten, ein nachhaltig umgestaltetes Jugendzentrum, die Begrünung einer Schulfassade, eine Viertelrevitalisierung oder eine App-Hilfe für Senioren – die Projekte waren quer durch den Gemüsegarten gestreut. „Es ist toll, dass die Sustainability Challenge als Paradebeispiel für interdisziplinäres, praxisangewandtes Lernen heuer bereits in die achte Runde geht!“, freut sich Projektleiterin Dipl.-Ing. Renata Krenn vom Institute for Ecological Economics und Regional Centre of Expertise on Education for Sustainable Development Vienna (RCE Vienna).

„Dass es dieses Projekt jetzt schon so lange erfolgreich gibt, zeigt uns einerseits, dass innovative Lehr- und Lernkonzepte von Studierenden sehr gut und gerne angenommen werden und andererseits, dass in der jungen Generation großes Interesse besteht, Nachhaltigkeitsprobleme anzupacken und praktisch zu lösen. Das gibt doch Hoffnung für die Zukunft, oder?“

Die Bewerbungsfrist für den nächsten Lehrgang startet im Mai dieses Jahres. Das Thema steht zu diesem Zeitpunkt noch nicht hundertprozentig fest, aber eines kann Renata Krenn jetzt schon verraten: „Wir werden uns heuer auf jeden Fall mit den Sustainable Development Goals der UN auseinandersetzen. Der urbane Kontext soll aber bleiben – eventuell erweitern wir hier das Smart-City-Thema um zusätzliche Aspekte.“ Die Teilnahme ist kostenlos. Die Lehrveranstaltung wird von Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) und weiteren Partnern finanziert.

Nähere Infos:
rce-vienna.at/sustainabilitychallenge

Magazin Zoë 07/17

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