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Vorsorge: Was, wann, wo & warum?

Vorsorgemedizin ist modern, jedoch das Angebot wird immer größer und 
unüberschaubarer und in manchen Fällen auch überflüssig. Wie schaut eine sinnvolle Vorsorge aus? Ab welchem Alter ist was sinnvoll? Was ist nur 
Panikmache? Allgemeine Empfehlungen für Untersuchungen, die für alle Menschen sinnvoll sind, gibt es nicht. Vielmehr ist gute Vorsorgemedizin individuell: Alter, 
Geschlecht, familiäre Erkrankungen, eigene Erkrankungen und Lebensumstände 
spielen dabei eine entscheidende Rolle. Darauf basierend legt ein guter Vorsorgemediziner mit seinen Patienten ein individuelles Vorsorgeprogramm fest.

Moderne Vorsorgemedizin ist individuell auf die körperliche Konstitution und die familiäre Vorgeschichte abgestimmt. Daher sollte mit dem Arzt gemeinsam der Vorsorgeplan festgelegt werden. Eine Vorsorgeuntersuchung kann immer durchgeführt werden. Prinzipiell unterscheidet man drei Arten von Vorsorge: Vorsorge für Gesunde – damit diese nicht krank werden –, die individuelle Vorsorge bei bereits aufgetretenen Erkrankungen und allgemeine Vorsorgeuntersuchung ab einem bestimmten Lebensalter.

Gesundenuntersuchung

Neben einer körperlichen Untersuchung und einer allgemeinen Blut- und Harnanalyse ist das Gespräch von zentraler Wichtigkeit. Dabei werden die individuellen Lebensumstände und Risikofaktoren erhoben, auf Basis derer festgelegt wird, ob weitere Analysen sinnvoll sind oder wann die nächste Vorsorgeuntersuchung stattfinden soll. Von ungezielten Untersuchungen muss dringend abgeraten werden! Ein Beispiel sind Tumormarker, welche in der Vorsorge überhaupt keinen Aussagewert haben! Sie machen nur Angst, führen zu unnötigen Untersuchungen und zu einer Verunsicherung bei den Patienten. Viel wichtiger ist es, das persönliche Risiko, den Lebensstil und auch die familiäre Geschichte des Patienten zu berücksichtigen.

Ein Tipp: Wenn Sie zur Vorsorgeuntersuchung gehen, messen Sie in den Wochen zuvor zu unterschiedlichen Zeiten den Blutdruck (ein Oberarmmessgerät ist zu empfehlen), notieren Sie die Werte und bringen sie diese Aufzeichnungen mit. Der einmalig beim Arzt gemessene Wert hat überhaupt keine Aussagekraft.

Individuelle Vorsorge

Leidet man an bestimmten Krankheiten oder hat gewisse Erkrankungen durchgemacht, sind Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll, um Komplikationen zu vermeiden oder eine Erkrankung nicht noch einmal zu bekommen. Beispiele sind alle Arten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebserkrankungen oder Leberzirrhose. Aber auch „harmlosere“ Probleme wie ein zu hoher Cholesterinspiegel sind Risikofaktoren für ernstere Komplikationen, sodass auch in diesem Fall Vorsorgemedizin eine wichtige Rolle spielt.

Allgemeine Vorsorge

Eine Untersuchung macht allerdings auch flächendeckend Sinn: die Dickdarmkrebsvorsorge ab 50. Dadurch lässt sich das Dickdarmkrebs-Risiko reduzieren. In Österreich sterben jährlich etwa 2.500 Menschen an Dickdarmkrebs. Diese Fälle könnte man um 90 Prozent reduzieren. Bei Frauen macht es Sinn, einmal jährlich zum Frauenarzt, bei Männern ab 40 zum Urologen zu gehen. Der Zeitpunkt für Mammografien wird am besten gemeinsam mit dem behandelnden Facharzt festgelegt.

Bei Muttermalen ist es ratsam, diese einmal vom Hautarzt begutachten zu lassen, wobei auch hier die Kontrollintervalle individuell festgelegt werden. Frauen unter 50 sollten jährlich ihren Ferritinspiegel (Speicher-eisen) bestimmen lassen, Werte unter 
30 µg/l deuten auf einen Eisenmangel hin. Eine Kontrolle beim Augenarzt empfiehlt sich jährlich.

Eine Vorsorgeuntersuchung beim Internisten ist ab dem 40. Lebensjahr ratsam. Impfungen können schwerwiegende Erkrankungen verhindern, sodass sie ebenfalls zur Vorsorge gehören. Welche Impfungen sinnvoll sind, muss ebenfalls individuell festgelegt werden.

Mythen
•• Eine Darmspiegelung ist schmerzhaft.
•• Tumormarker sind in der Vorsorgemedizin sinnvoll.

Fakten
•• PSA-Werte sind ungeeignet zur Entdeckung eines Prostatakarzinoms.
•• Impfungen schützen vor schweren Erkrankungen.
•• 90 Prozent aller Darmkrebserkrankungen könnten verhindert 
werden,
wenn alle ab 50 zur Darmspiegelung gehen würden.
•• Regelmäßige Bewegung/Sport (2x/Woche) und das 
Halten/Erreichen des
Normalgewichts gehören zu den 
wichtigsten und effektivsten Vorsorgemaßnahmen.

Magazin Zoë 01/15

Infos: Ärzte im Zentrum: www.zentrum.at
Doz. Dr. Bernhard Angermayr: www.angermayr.com

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