Zadar blickt auf eine mehr als 3.000-jährige Geschichte zurück und gehört zu den ältesten durchgehend bewohnten Städten an der Adria. Römer, Byzantiner, Venezianer und Österreicher haben ihre Spuren hinterlassen und das Stadtbild über Jahrhunderte geprägt. Heute verbindet Zadar historische Bauwerke mit moderner Architektur auf eine Weise, die in Europa kaum ein zweites Mal zu finden ist.
An der norddalmatinischen Küste Kroatiens, etwa auf halbem Weg zwischen Rijeka und Split, liegt Zadar – eine der ältesten Städte an der Adria. Dennoch lebt diese faszinierende Stadt nicht nur von ihrer Vergangenheit. Zadar hat Mut bewiesen, zeitgenössische Architektur dort einzusetzen, wo sie den öffentlichen Raum bereichert. Statt historische Kulissen nachzuahmen, entstanden moderne Kunstwerke, die heute genauso selbstverständlich zum Stadtbild gehören wie die alten Kirchen und Paläste.
Die Hafenstadt ist nicht nur Ausgangspunkt für Ausflüge zu den Kornati-Inseln und mehreren Nationalparks, sondern auch selbst ein Reiseziel, das Geschichte, Kultur und zeitgenössische Architektur auf besondere Weise vereint. Zadar ist eine Stadt, die oft im Schatten von Dubrovnik oder Split steht – und gerade deshalb ist sie überraschend sehenswert
Im Herzen von Zadar
Die Altstadt liegt auf einer Halbinsel und ist fast vollständig von mächtigen venezianischen Stadtmauern umgeben, die zum UNESCO-Welterbe gehören. Zwischen engen Gassen, römischen Ausgrabungen, kleinen Plätzen und gemütlichen Cafés lässt sich die Stadt wunderbar zu Fuß erkunden. Dabei begegnet man an fast jeder Ecke einem Stück Geschichte – von den Überresten des römischen Forums bis zur beeindruckenden Kirche des Heiligen Donatus aus dem 9. Jahrhundert.
Die Meeresorgel – Musik gemacht aus Wasser und Luft
Die außergewöhnlichste Attraktion Zadars ist die Meeresorgel (Morske orgulje). Von der Promenade aus sieht sie wie eine breite schöne Steintreppe aus, die sanft ins Meer führt. Unter den Stufen verbirgt sich jedoch ein raffiniertes System aus Resonanzkammern und Rohren. Wenn die Wellen gegen die Küste schlagen, wird Luft durch die Rohre geblasen, womit wie bei einer Orgel Klänge entstehen. Die Klänge sind speziell und manchmal sanft, oder auch kraftvoll, aber niemals gleich – je nach Windstärke und damit verbundenem Wellengang. Hier wird die Natur wird zum Musiker und die Elemente Luft und Wasser zu Komponisten. Die Meeresorgel ist keine Bühne und kein Konzert. Sie lädt vielmehr dazu ein, sich auf die Stufen zu setzen, den Blick über die Adria schweifen zu lassen und für einen Moment einfach nur zuzuhören.
Sonnenuntergang an der Uferpromenade
Gebaut wurde die Meeresorgel vom kroatischen Architekten Nikola Bašić Er entwarf die Meeresorgel, die 2005 eröffnet wurde. Direkt daneben befindet sich eine zweite Installation von Nikola Bašić, die dem Sonnenlicht alle Ehre erweist. „Gruß an die Sonne“ (Pozdrav Suncu) ist eine kreisförmige Installation mit einem Durchmesser von 22 Metern. Sie besteht aus rund 300 mehrschichtigen Glasplatten mit integrierten Solarzellen, die tagsüber Sonnenenergie speichern.
Beim Sonnenuntergang soll sich die Fläche in ein beeindruckendes Lichtspektakel verwandeln. Die kleineren Kreise rund um die Hauptfläche stellen die Planeten unseres Sonnensystems dar. Gemeinsam mit der Meeresorgel bildet die Installation ein außergewöhnliches Zusammenspiel aus Licht, Klang und Natur. Das ist ungewöhnlich und macht die Promenade zu einem Ort, an dem viele Menschen einfach sitzen und den Moment genießen.
Alles hat seinen Preis
Die Menschenmenge ist leider ein Grund, warum die idyllischen Moment zerstört werden. Gerade am Abend rund um die Meeresorgel und den „Gruß an die Sonne“ wird es oft sehr voll. Das nimmt den Installationen viel von ihrer Wirkung. Daher steht vorher „… soll sich die Fläche in ein beeindruckendes Lichtspektakel verwandeln – denn wir haben es vor lauter Leute drauf nicht gesehen. Die Installationen wurden als Orte der Begegnung und des Erlebens geschaffen – wenn hunderte Menschen gleichzeitig auf der Glasfläche stehen oder Selfies machen, geht ein Teil dieser Idee verloren. Das ist allerdings kein spezielles Problem von Zadar, sondern vieler berühmter Sehenswürdigkeiten.
Ein weiterer nicht so positiver Punkt, ist die steigende Preisentwicklung. Seit der Einführung des Euro und dem starken Nachfrageanstieg nach der Pandemie berichten sowohl Reisende als auch kroatische Medien vor allem in Touristengebieten sowie auch zu speziellen Terminen wie z.B. Ostern über deutlich außergewöhnlich hohe Preise in Restaurants, Cafés und Unterkünften. Für viele Urlauber:innen ist Kroatien deshalb nicht mehr das günstige Reiseziel, als das es lange galt. Gleichzeitig steigen auch für die Einheimischen die Lebenshaltungskosten – ein Spannungsfeld, das leider in vielen touristisch geprägten Regionen Europas zu beobachten ist.
Zoë in Zadar – aus der Sicht der KI










