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Schlafstörung

Schlafstörung: Guter Schlaf ist möglich

Im Durchschnitt benötigen wir pro Nacht zumindest sieben Stunden Schlaf, um uns ausreichend zu regenerieren. In Österreich leidet aber fast jeder Zweite an Schlafstörungen, sogar Kinder und Jugendliche sind schon betroffen. Daraus entstehen Folgen wie Tagesmüdigkeit, Kopfschmerzen, Reizbarkeit und Konzentrationsstörungen.

Bei längeren Perioden des Schlafmangels können sich ernsthafte Krankheiten manifestieren: Depressionen, Angstzustände oder Herzrhythmusstörungen. Aber guter Schlaf ist ein erreichbarer Traum, lautet das Motto des heurigen Welt-Schlaf-Tages. Der Weg dazu führt über eine Optimierung des Schlafplatzes, etwas Bewegung oder Sex vor dem Schlafen, die Vermeidung von Risikofaktoren oder auch eine Musiktherapie als Medikament gegen Schlafstörungen.

Vorrangiges Ziel ist nicht die Beseitigung der Schlafstörung selbst – beispielsweise durch Schlafmittel – sondern die Behandlung der Ursache. Denn nur so ist ein nachhaltiger Erfolg erreichbar“, erklärt Prim. Dr. Heidemarie Abrahamian, Wien. In diesem Zusammenhang werden verschiedene Formen unterschieden: Ein- und Durchschlafprobleme, mehrfaches nächtliches oder frühzeitiges morgendliches Erwachen und nicht mehr einschlafen können. Akute Schlaflosigkeit dauert weniger als drei Monate. Von einer chronischen Schlaflosigkeit spricht man ab einer Dauer von mehr als drei Monaten mindestens dreimal pro Woche.

Gesund durch Schlaf

Ausreichender, erholsamer Schlaf ist aus wissenschaftlicher Sicht das beste und günstigste „Anti-Stress-Mittel“ überhaupt. Daher ist für den Schlafpsychologen Prof. Dr. Günther Amann- Jennson Schlaf „die beste Prävention gegen viele Zivilisationskrankheiten, darunter Krebs, Alzheimer, Diabetes, Hormonstörungen oder Herz- und Kreislaufkrankheiten“. Deshalb stuft die WHO Schlafstörungen und Schlafmangel sogar als „krebserregend“ ein, weil das Immunsystem geschwächt wird und die Regulation von über 700 Genen negativ beeinflusst wird.

Betroffen sind vor allem Gene, die für Entzündungen, Immunreaktionen und Stressreaktionen verantwortlich sind. Günther Amann-Jennson: „Schon eine Stunde Schlafmangel erhöht das Risiko für Erkältungskrankheiten um über 400 Prozent. Über das Schlaf- und Schutzhormon Melatonin und die Wachstumshormone werden die Selbstregulations-, Selbstreparatur- und Selbstheilungskräfte im Schlaf aktiviert. Gesunder Schlaf ist die beste Medizin und unterstützt jede Behandlung.“

Ursächlich ansetzende Therapien bevorzugen

Schlafstörungen sind somit nicht nur unangenehm, sondern potenziell auch gefährlich und daher grundsätzlich behandlungsbedürftig. Generell abzuraten ist von der Anwendung von Schlafmitteln, da sie mit potenziellen Nebenwirkungen verbunden sind und leicht zur Abhängigkeit führen können.

Insbesondere bei akuten Problemen kommen zunächst häufig pflanzliche Substanzen wie Baldrian, Melisse, Passionsblume, Lavendel zum Einsatz. Bei Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus kann auch bei älteren Menschen (55+) Melatonin für eine Besserung sorgen. Prinzipiell ist die Gabe von Melatonin, aufgrund des hohen Nebenwirkungspotentials, kritisch zu sehen und insbesondere für jüngere Menschen nicht empfehlenswert, da durch die Hormonsubstitution der Schlaf-Wach-Rhythmus aus den Fugen gerät.

Abklärung möglicher Auslöser

Sind die pflanzlichen Wirkstoffe nicht erfolgreich, sollte nach sorgfältiger Abklärung möglicher Auslöser eine ursächlich ansetzende Therapie eingeleitet werden. Das bedeutet zum einen die Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung. Zum anderen sind insbesondere kausal wirksame Ansätze wie Musiktherapie, Entspannungsübungen, autogenes Training, Muskelrelaxation oder psychotherapeutische Ansätze wie z.B. Verhaltenstherapie zu empfehlen.

Ein moderner sehr wirksamer Therapieansatz in der Schlafmedizin ist die Musiktherapie, die nicht nur das Symptom Schlaflosigkeit, sondern auch die Ursachen für die Schlafstörung in die Behandlung miteinbezieht. Dafür werden sehr hilfreiche Programme an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg von der Musikwissenschaftlerin Vera Brandes entwickelt. Lediglich mit einem Kopfkissen mit integrierten Lautsprechern können schlafwirksame Musikprogramme abgerufen werden, und heilsame Töne begleiten in den Schlaf.

Tipps gegen Schlaflosigkeit:
  • Sich nicht unter Druck setzen: Niemand kann schlafen, bevor er nicht müde ist.
  • Auf die innere Uhr achten: Je fixer die Schlafzeiten, umso weniger Schlaflosigkeit.
  • Störquellen verbannen: Schlafplatz von Strahlung des Handys oder Geräusch der tickenden Uhr freihalten.
  • Zudem Alkohol meiden: Alkohol ist ein Schlafstörer kein Schlafbringer.
  • Wachmacher meiden: Zigaretten, üppige Mahlzeiten, abendlicher Extremsport fördern Schlaflosigkeit.
  • Sport & Sex machen müde: Wer vier bis sechs Stunden vor dem Schlafengehen körperlich aktiv war, schläft besser. Auch Sex wirkt schlaffördernd.

 

Magazin Zoë 05/16

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