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Generationskonflikte im Job

Generationskonflikt: Der Job im Wandel der Zeit

Die Welt erschafft sich täglich neu. Was gestern noch richtig und wichtig war, ist 
heute nicht mehr gefragt. Techniken, die gestern hochmodern waren, sind heute 
Schnee von gestern. Im Laufe der Zeit verändern sich selbst die eigenen Werte. Was 
für einen gestern noch wesentlich war, ist heute nicht mehr vorstellbar. Dabei werden 
aber die Kollegen mit der Zeit immer jünger und die Kunden auch. Während sich die 
Arbeitswelt immer schneller dreht, prallen verschiedene Generationen, Bedürfnisse, 
Lebenssituationen und Weltbilder aufeinander. Generationskonflikte im Job – die Frage ist: Was können im Job Alt & Jung 
voneinander lernen?

Viele Menschen erleben im Laufe der Zeit eine Veränderung im Berufsleben. Denn mit den Jahren geht es meist immer mehr darum, Beruf und Familie zu vereinen. Der Wunsch nach Karriere tritt im Alter zwischen 40 und 45 oft in den Hintergrund. Andererseits beginnt die physische Leistungsfähigkeit oder die geistige Beweglichkeit abzunehmen. Die Risikobereitschaft sinkt generell, während sich aber das Urteilsvermögen und die Kommunikations- oder Kooperationsfähigkeit weiterentwickelt haben.

Abseits der körperlichen Veränderung gilt es aber, eine andere große Herausforderung zu meistern: Es werden auch die Kollegen immer jünger – früher oder später zumeist dann auch die vorgesetzte Führungskraft. Zusätzlich verändern sich mit der jüngeren Generation auch die Bedürfnisse der Kunden hinsichtlich Kommunikationsverhalten oder Authentizität. Die Anforderungen steigen, um im Job erfolgreich zu bleiben. Oftmals greifen jahrelang erlernte Strategien im Extremfall nicht mehr. Über kurz oder lang bleibt dann auch der Erfolg aus. Klassische negative Symptome in dieser Lebensphase sind das krampfhafte „Sich-beweisen-Wollen oder Machtkämpfe mit Kollegen und Vorgesetzten. Der generelle Arbeitsfrust lässt das Interesse an der eigenen Aufgabe schwinden, oft geht das bis zur inneren Kündigung.

Jeder ist sein eigener Herr

Aber dieser negativen Entwicklung kann man rechtzeitig entgegensteuern. Der erste und zugleich wichtigste Schritt ist, zu erkennen, dass jeder Mensch die Freiheit hat, die eigene innere Einstellung zu wählen bzw. seine Situation zu ändern. Es ist ausdrücklich erlaubt, die eigene Position im Berufsleben zu hinterfragen, den Sinn zu suchen. Dann sollten noch eine Portion Mut, Offenheit und Lernwille hinzukommen. Das ist die Basis, um positive Strategien in dieser Lebensphase zu entwickeln. Es geht darum, das Leben neu zu begreifen: Was ist wichtig, was wertvoll – beruflich und privat. Was stiftet am meisten Sinn: die Karriere, die Aufgabe, Erfolg oder Ergebnis?

Helfen kann bei der Suche nach dem Sinn die Situation in der Firma. Werden die Prinzipien der systemischen Sichtweise verwendet, ist für Ideen und Interaktionen auch Platz. Bei der systemischen Führung werden ganzheitlich alle Interaktionen berücksichtigt: zwischen Führungskräften, Mitarbeitern, Kollegen, Kunden, Lieferanten, Finanziers, Markt, Gesellschaft, Kultur und Umwelt. Es geht um das gezielte Intervenieren in Kommunikations- und Erwartungsstrukturen der Beteiligten, um dadurch die Selbstorganisation zu fördern. Um die negativen Folgen direktiver Übersteuerung und Überregulierung zu vermeiden, wird in der Führungsforschung auf partizipative Stile, teilautonome Gruppen, Vernetzung sowie Zwischenabhängigkeiten (seiner sozialen Entitäten) in Systemen hingewiesen.

Altkluges im Heute leben

Eine mögliche erfolgversprechende Strategie für den Einzelnen kann sein, sich nicht länger als Lehrer, sondern als Begleiter und Mentor für die „nachkommenden“ Kollegen zu sehen. Aber die Situation ist immer von beiden Seiten aus zu sehen, junge und alte Mitarbeiter sollten offen sein für die andere Generation. Denn auch alle Jüngeren sind nicht nur unerfahren und berufsblind, sie haben vielleicht auch Ideen und verstehen meist die heutigen Medien und Strömungen besser.

Denken Sie selbst zurück? Wer hat Sie inspiriert, als Sie in das Berufsleben eingestiegen sind? Und vor allem warum? In meinem persönlichen Fall waren es jene Menschen, die mich unterstützt haben und mir Handlungsoptionen eröffnet haben. Menschen mit nur „oberlehrerhaftem“ Verhalten haben sich nicht dauerhaft in meinem Gedächtnis verankert. Auch heute möchte jeder (junge) Mensch seinen eigenen Weg finden, experimentieren und sich entwickeln – auch um den Preis des Fehlermachens. Lernen heißt, in diesem Zusammenhang die Fähigkeiten zu erweitern und nicht notwendigerweise mehr Informationen aufzunehmen. Oft ist es besser, zu begleiten und zu unterstützen, als immer nur mit guten Ratschlägen überzeugen zu wollen.

Inspiration & Motivation

Als Führungskraft ist es in dieser Lebensphase umso wichtiger, andere Menschen zu inspirieren, Werte vorzuleben und eine Unternehmenskultur zu etablieren, in der Fehler ausdrücklich erwünscht sind. Das Ziel heißt gemeinsam lernen, sich gemeinsam entwickeln. „Aus Fehlern lernt man“ ist nicht nur ein alter Spruch, sondern Tatsache.

Eine aktive Kommunikationskultur kann das Wissen der älteren Mit-arbeiter mit der Wissbegier der jüngeren Kollegen vereinen. Dies verankert Wissen dauerhaft im Unternehmen. Es sollte immer auch Ziele jenseits der klassischen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen geben. Ein derartiges Vorgehen kann alle Mitarbeiter begeistern und erzeugt nebenbei auch noch kreative Spannung. Eine moderne Führungsarbeit besteht darin, Stärken und Fähigkeiten von Mitarbeitern zu erkennen und entsprechend zu nutzen. Erfolg kann auch durch die Förderung von positiven Elementen in einer Organisation entstehen, die Ziele müssen nicht immer nur Profitmaximierung und Umsatzsteigerung lauten.

Mag. Robert Kaltenbrunner

Magazin Zoë 01/15

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